Brexit – die wichtigsten Änderungen beim Versandhandel von Polen nach Großbritannien

Zum 31.12.2020 wurde die Übergangsphase beendet, in der Großbritannien umsatzsteuerlich als EU-Mitgliedstaat betrachtet wurde. Seit dem 01.01.2021 ist Großbritannien somit als Drittland anzusehen, was die Berechnung der Umsatzsteuer bei Lieferungen von Polen nach Großbritannien beeinflusst und auch die Erledigung von Zollformalitäten beinhaltet.

Versand von Polen nach Großbritannien nach dem 01.01.2021

Im Zusammenhang mit dem Brexit werden seit dem 01.01.2021 Warenlieferungen von Polen nach Großbritannien, die bis zu diesem Zeitpunkt als Versandhandel im Sinne der MwSt-Richtlinie anerkannt wurden, als Ausfuhrlieferungen betrachtet. Dies betrifft auch solche Lieferungen, die bisher nicht in Polen, sondern wegen des Verzichts auf die Lieferschwelle in Großbritannien besteuert wurden. Somit unterliegen Sendungen nach Großbritannien denselben Regeln wie z.B. Sendungen nach China oder in die Vereinigten Staaten.

Anwendung des Steuersatzes von 0% beim Export

Die Ausfuhrlieferungen (d.h. Lieferungen aus einem EU-Mitgliedstaat in ein Drittland) sind grundsätzlich steuerfrei (in Polen sind diese Lieferungen mit dem USt-Satz von 0% besteuert). Um den USt-Satz von 0% beim Export aus Polen anzuwenden, muss der Steuerpflichtige (Verkäufer) im Besitz von Zollunterlagen sein, die die Ausfuhr der Waren aus der EU bestätigen (in der Praxis wird von den Steuerbehörden in Polen meistens die polnische Ausfuhrbestätigung „IE-599“ verlangt). Besitzt der Steuerpflichtige keine Ausfuhrbestätigung, ist die Ausfuhrlieferung mit dem entsprechenden USt-Satz auszuweisen – im Monat, der nach dem Monat folgt, in dem die Lieferung vorgenommen wurde. Der Steuerpflichtige kann die ausgewiesene Umsatzsteuer aus der Ausfuhrlieferung zurückerhalten, sobald ihm die Ausfuhrbestätigung vorliegt.

Anzahlungen bei Ausfuhrlieferungen

Es ist zu beachten, dass die Anzahlungen beim Export auch meldepflichtig sind (in der  Abrechnungsperiode, in der sie beim Verkäufer eingegangen sind). Die Anzahlung für künftige Warenlieferungen kann mit dem USt-Satz von 0% versteuert werden, wenn die Waren innerhalb von 6 Monaten ab dem Ende des Monats ausgeführt werden, in dem der Steuerpflichtige die Anzahlung erhalten hat, sofern er über die offizielle Ausfuhrbestätigung verfügt (bis Ende 2020 galt eine Frist von 2 Monaten).

Kontakt mit Tax Benefit

Hat der Artikel Ihr Interesse geweckt? Möchten Sie mehr Informationen aus diesem Bereich erhalten? Dann zögern Sie nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen. Wir beraten Sie gerne.

Abonnieren Sie den Newsletter. Verpassen Sie keine neuen Artikel!

Loading

Privacy Preference Center

Necessary

Advertising

Analytics

Other